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Kormorane
verursachen große Schäden |
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Begrenzter
Fischbestand |
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Es
ist nicht so, daß unsere Gewässen vor Fischen nur
so wimmeln. In Wahrheit sind sie Fischarm - zum Teil von Natur
aus, zum Teil aus Grund von Verbauungen, Uferbegradigungen
und anderen menschlichen Eingriffen.
Man
kann aus einem Gewässer nur so viele Fische entnehmen,
wie im gleichen Jahr wieder nachwächst. Dieser jährliche
Zuwachs ist begrenzt durch das Nahrungsangebot - in unseren
Gewässern sind das 20% des Fischbestandes. Wenn man mehr
herausnimmt, greift man die Substanz an und der Fischbestand
sinkt und sinkt. |
Sehr
viel mehr Kormorane |
| Um
1970 gab es im westlichen Europa knapp 30 000 Kormorane. Seither
haben sie sich auf 900 000 Stück vermehrt. Kormorane sind
heute häufiger und weiter verbreitet als vor 200 Jahren,
als die Gewässer noch in Ordnung waren. |
Große
Vögel brauchen viel Nahrung |
| Kormorane
sind Großvögel,mit einem Nahrungsbedarf von 500 Gramm
Fisch pro Tag. Sie jagen außerdem fast nie einzeln, sondern
kommen in größeren Trupps von 20 - 250 Vögeln.
Daher können Kormorane wenn sie an einem Fischwasser einfallen,
innerhalb kurzer Zeit enorm hohe Prozentsätze des lokalen
Fischbestandes herausfressen. Verluste von über 40% bis
80% binnen weniger Wochen sind keine Seltenheit. Und wenn es
soviele Kormorane sind, sind auch sehr viele Gewässer betroffen. |
Ein
Vergleich, um das Problem noch deutlicher zu machen |
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Wenn
Amseln und Stare aus einem Garten 25% aller Kirschen wegfressen,
bleiben für den Gartenbesitzer immer noch 75 %. - Wenn
Kormorane aus einem Fischwasser 25 % herausfressen, bleiben
für die Fischer NULL Prozent. Angenommen, die Kirchbäume
in einem Garten tragen 1000 kg Kirchen. Wenn Amseln und Stare
600 kg wegfressen, tragen die Bäume nächstes Jahr
trotzdem wieder 1000 kg Kirchen oder mehr. Anders bei einem
Fischgewässer in dem 1000 kg Fische drin sind. Wenn Kormorane
im Winter 600 kg herausfressen, gibt es im Frühjahr nur
noch 400 kg Fische.
Selbst
wenn im Sommer 25 % nachwachsen würden und nicht gefischt
wird - der Fischbestand beträgt am Jahresende statt 1000
kg nur noch 500 kg. Und wenn die Kormorane mehrer Winter hindurch
wiederkommen, wird der Bestand bei manchen Fischarten so dünn,
daß nicht mehr genügend erwachsene Fische übrigbleiben
um die Fortpflanzungskette aufrecht zu erhalten. |
Die
Folgen |
Durch
ihre enorme Zahl sind die Kormorane gezwungen, jedes irgendwie
zugängliche Gewässer anzufliegen und bis ans Limit
auszufischen. An Donau und anderen großen Gewässern
ist der Bestand an klein- und Jungfischen betroffen, das schädigt
Nahrungskette und Alterspyramide der Fische. An vielen Gewässern
entnehmen die Kormorane mehr als die Hälfte des jährlichen
Zuwachses - eine enorme Belastung für die Anglervereine.
Aus
zahlreichen Strecken fressen die Kormorane 40 bis 90 % der
Fische heraus, ein schwerwiegendes ökologisches Problem.
Betroffene Angelvereine stehen vor dem Dilemma entweder die
Pacht des Fischwassers aufzugeben oder den Verlust durch Besatzfische
auszugleichen - mit hohen Kosten und fraglichen Erfolg. |
Europaweit
aus dem Gleichgewicht |
Schäden
häufen sich in allen Ländern Mittel- und Südeuropas.
Vertreibungsmaßnahmen und Abschüsse sind inzwischen
in allen Überwinterungsgebieten erlaubt, aber das bringt
nur eine regionale Milderung des Problems, keine wirkliche
Lösung. Langfristig hilft nur eine "Geburtenkontrolle"
in den Brutgebieten. Das wird inzwischen auch vom EU- Parlament
gefordert. Aber es mangelt an der effektiven Umsetzung. Von
selbst pendelt sich ein Gleichgewicht deswegen nicht ein,
weil die Kormorane dort, wo sie die großen Schäden
verursachen nur überwintern. Wieder zurück in den
Brutgebieten finden sie immer noch reichlich Fische, sowie
unter Schutz gestellte Brutplätze. Also vermehren sie
sich weiter.
Wenn
nicht schnell und konsequent etwas getan wird, haben wir in
einigen Jahren zwei drittel weniger Fische in unseren Gewässern,
mit einer verarmten Artenstruktur und geringer genetischer
Vielfalt. |
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